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LeadAutomatik
Terminbuchung für Friseure

Terminbuchung für den Salon: Marktplatz oder eigenes System?

Kurzantwort: Es gibt nicht „das beste Buchungstool für Friseure“ — es gibt zwei Modelle. Marktplätze wie Treatwell, Fresha oder Booksy bringen Neukunden gegen Provision und Gebühren; eigene Systeme wie TIMIFY oder eTermin kosten ein planbares Abo und lassen Marge und Kundendaten komplett im Salon. Welches passt, hängt von der Auslastung ab. Stand: Oktober 2026.

Redaktionell geprüft · Stand: Oktober 2026

Der Salon-Alltag

Was Friseure wirklich brauchen

Sieben Anforderungen, die ein Buchungssystem im Salon erfüllen muss — vor jeder Tool-Wahl.

Mehrere Mitarbeiter & Stylist-Auswahl

Kunden wollen oft eine bestimmte Person buchen. Das Tool muss personenbezogene Kalender mit eigenen Leistungen und Preisen abbilden.

Unterschiedliche Leistungsdauer

Schnitt 30 Minuten, Farbe 2 Stunden: Buchungsslots müssen pro Leistung hinterlegbar sein, sonst entstehen Lücken oder Überschneidungen.

Stühle & Ressourcen

Bei mehreren Stühlen pro Person oder geteilter Auslastung zählt Ressourcenlogik — eine Stärke von TIMIFY, nicht selbstverständlich bei allen Tools.

Puffer- und Pausenzeiten

Rüstzeiten zwischen Kunden und feste Pausen müssen automatisch blockiert werden, damit der Kalender realistisch bleibt.

Erinnerungen & No-show-Schutz

SMS/E-Mail-Erinnerung mit Bestätigungspflicht und Anzahlungen senken Ausfälle — bei Salons mit vollem Kalender der wichtigste Hebel.

Kasse & TSE-Anbindung

Wer direkt kassiert, braucht eine Kassenfunktion bzw. Anbindung an ein TSE-konformes Kassensystem. Das ist eine eigene Prüfpflicht des Betriebs — kein Buchungstool ersetzt sie.

Social-Media-Buchung

Der Buchungslink muss aus Instagram & Co. funktionieren — ein kurzer Link oder QR-Code im Profil ist oft der beste Neukunden-Kanal ohne Provision.

Die Grundsatzfrage

Marktplatz oder eigenes Buchungssystem?

Dieselbe Frage, zwei Geschäftsmodelle — die Tabelle zeigt die Unterschiede ehrlich.

Marktplatz vs. eigenes Buchungssystem — redaktionelle Einordnung, Stand Oktober 2026.
AspektMarktplatzEigenes System
NeukundengewinnungStark — Sichtbarkeit im Marktplatz, App-Nutzer buchen aktivKeine eigene Reichweite — Neukunden kommen über Website/Soziale Medien
KostenmodellProvision und/oder Abo — Kosten skalieren mit BuchungenPlanbares Abo — keine Umsatzbeteiligung
KundenbeziehungGeteilt — Buchung, Erinnerung und Bewertung laufen teils über die PlattformVollständig beim Salon — eigene Daten, eigene Kommunikation
BrandingBuchung im Marktplatz-Look, Salon ist einer von vielenEigenes Branding auf der Buchungsseite
DatenKundenprofil liegt (auch) beim MarktplatzKundenkartei bleibt im eigenen System
Kasse & ZahlungMeist integriert — gegen GebührenJe nach Tool integriert (z. B. eTermin, SimplyBook.me)
KostenkontrolleGeringer bei Neukunden-Fokus — Provisionen variierenHoch — fester Monatspreis
Marktplatz vs. eigenes Buchungssystem — redaktionelle Einordnung, Stand Oktober 2026.
Wann Marktplatz

Salon neu eröffnet, freie Stühle

Wer sichtbar werden muss und keine Stammkundschaft hat, bekommt über Marktplätze aktive Buchungsnachfrage — der Preis dafür ist die Provision bzw. die geteilte Kundenbeziehung. Das kann sich in der Startphase lohnen, muss aber nicht dauerhaft so bleiben.
Wann eigenes System

Stammkundschaft vorhanden

Bei gefüllten Büchern zahlt ein Salon über Provisionen für Kunden, die er ohnehin hätte. Dann ist ein eigenes System mit festem Abo meist günstiger — und die Kundenkartei bleibt vollständig im eigenen System. Beide Wege lassen sich auch kombinieren.
Tools

Die Systeme im Vergleich

Nur Tools mit ausreichend verifizierbarer Dokumentation. „n. v.“ heißt: Preis nicht öffentlich verifiziert.

Friseur-Buchungssysteme, Stand Oktober 2026.
ToolModellPreisProvisionStärke
TreatwellMarktplatzMonatsgebühr (individuell, laut Anbieter)Provision auf Neukunden-Buchungen üblich (veröffentlichte Spannen für DE: ca. 20–35 %); Folgebesuche provisionsfreiStärkste Neukunden-Reichweite im DACH-Marktplatz-Segment
FreshaMarktplatzAbonnement (laut Anbieter ab ca. 15 €/Monat, Staffelung nach Team)Einmalige Provision auf Marktplatz-Neukunden (veröffentlichte Spannen: ca. 20 %); Zahlungsgebühren separatGünstigeres Einstiegsmodell als Treatwell
BooksyMarktplatzAbonnement pro Standort und Nutzer (veröffentlichte Spannen für DE: ab ca. 40 €/Monat)Keine Provision auf normale Buchungen; optionale Neukunden-Promotion (Boost) mit Provision auf den ErstbesuchPlanbares Abo ohne Dauer-Provision
TIMIFYEigenes SystemClassic 0 €; Premium 34,51 €/Monat inkl. MwSt. (357 €/Jahr)Keine ProvisionDeutscher Anbieter, Hosting in Deutschland
eTerminEigenes SystemLite ab 19 €/Monat; Pro 29 €/MonatKeine ProvisionDeutscher Anbieter, Zahlungen und Erinnerungen enthalten
SimplyBook.meEigenes Systemab ca. 9,90 €/Monat, Paketstaffeln nach BuchungsvolumenKeine Provision; Zahlungsgebühren des ZahlungsanbietersGünstiger Einstieg, viele Salon-Vorlagen
ShoreEigenes SystemNicht öffentlich verifiziert (Stand Oktober 2026) — Preis auf AnfrageKeine ProvisionDeutscher Anbieter mit Salon-Fokus
cituroEigenes SystemNicht öffentlich verifiziert (Stand Oktober 2026) — Preis auf AnfrageKeine ProvisionDeutsche Terminbuchung mit Automatisierungen
Friseur-Buchungssysteme, Stand Oktober 2026.
Rechnen

Kosten und Provisionen: die ehrliche Einordnung

Provisionen und Gebühren ändern sich regelmäßig und unterscheiden sich nach Land — die folgenden Angaben sind veröffentlichte Spannen, keine Garantien.

Die Grundregel der beiden Modelle: Beim Marktplatz skalieren die Kosten mit den Neukunden-Buchungen (Provision auf den Erstbesuch, Folgebesuche in der Regel provisionsfrei); beim eigenen System bleibt die Monatsgebühr konstant. Ein Beispiel: Bei einem Haarschnitt für 50 € und 20 % Neukunden-Provision kostet eine Marktplatz-Erstbuchung 10 € — bei 20 solchen Buchungen im Monat 200 €, während das eigene System weiter 29 € kostet. Dafür bringt das eigene System die Neukunden nicht von allein.

Wo Anbieter keine Preise veröffentlichen (Shore, cituro, teils Treatwell), steht das in der Tabelle — wir schätzen nicht.

Planung

Team, Stühle und Pufferzeiten

Die technischen Details, die im Salon-Alltag über Lücken und Chaos entscheiden.

Stylist-Auswahl

Kunden buchen häufig eine bestimmte Person. Notwendig: personenbezogene Kalender mit eigenen Leistungen, Preisen und Arbeitszeiten — in allen Marktplatz-Tools und bei eTermin/SimplyBook.me Standard.

Leistungsdauer

Schnitt und Farbe brauchen unterschiedliche Slots. Das System muss pro Leistung eine Dauer hinterlegen — sonst entstehen Lücken oder Doppelbuchungen.

Stühle als Ressource

Bei geteilter Stuhl-Nutzung ist Ressourcenlogik gefragt. TIMIFY ist hier am stärksten; andere Tools lösen es über getrennte Kalender pro Person.

Puffer & Pausen

Rüstzeit zwischen Kunden und feste Mittagspausen automatisch blockieren — ein Detail, das viele Tools erst in höheren Tarifen erlauben. Vor dem Kauf prüfen.

Umsatzschutz

Anzahlungen und No-show-Schutz

Bei längeren Leistungen ist die Anzahlung der wirksamste Hebel gegen Ausfälle.

011. Erinnerung mit Bestätigung

SMS/E-Mail 24–48 Stunden vorher mit Antwortpflicht. Wer nicht bestätigt, wird nachtelefoniert — Standard in allen hier genannten Systemen.

022. Anzahlung bei langen Terminen

Farbe, Balayage, Hochsteckfrisuren: 20–30 % Anzahlung im Buchungsfluss filtern unzuverlässige Buchungen. eTermin und SimplyBook.me bieten Zahlungen direkt; Marktplätze ebenfalls (gegen Gebühren).

033. Stornofristen durchsetzen

Klare Fristen in der Bestätigung, Konsequenzen bei Zahlungsfunktion automatisiert. Ohne Zahlungsfunktion bleibt die Durchsetzung manuell.

Kasse & TSE
Online-Zahlungen im Buchungsfluss ersetzen keine TSE-konforme Kasse. Die Kassensicherungsverordnung gilt für die Kassenführung des Betriebs — das Buchungstool übernimmt nur die Zahlungsabwicklung. Eigene Prüfpflicht des Salons, keine Rechtsberatung hier.
Entscheidung

Welches Tool für welchen Salon?

Szenario-Empfehlungen — redaktionelle Einordnung, Stand Oktober 2026.
Salon-TypPassendes ModellWarum
Neueröffnung, leere BücherMarktplatz (Treatwell/Fresha/Booksy)Sichtbarkeit und aktive Buchungsnachfrage ab Tag eins — Provision als Startkosten verstehen
Etablierter Salon mit StammkundenEigenes System (eTermin, TIMIFY)Volle Marge, eigene Daten, planbare Kosten — Neukunden kommen über Instagram/Website
Salon mit mehreren Stühlen pro PersonTIMIFYRessourcenbuchung als Kernstärke, deutsches Hosting
Salon mit Anzahlungsbedarf (Farbe/Balayage)eTermin oder SimplyBook.meZahlungen direkt im Buchungsfluss, ohne Marktplatz-Provision
Kette mit mehreren StandortenIndividuell prüfen (Marktplatz + eigenes System)Mehr Standorte brauchen zentrale Verwaltung — Anbieter-Demo mit echtem Setup testen
Szenario-Empfehlungen — redaktionelle Einordnung, Stand Oktober 2026.
Umsetzung

Vom Telefon zur Online-Buchung: die Umstellung

  • Zuerst die Leistungsliste bereinigen: Namen, Dauer, Preise — das Buchungssystem ist nur so gut wie die Stammdaten
  • Pufferzeiten und Pausen je Mitarbeiter hinterlegen
  • Buchungslink in Instagram-Bio, Google-Profil und Website platzieren
  • Übergangsphase: bestehende Kunden aktiv auf Online-Buchung hinweisen (2–4 Wochen)
  • Erinnerungen und ggf. Anzahlungen ab Tag eins aktivieren
  • Nach 30 Tagen auswerten: Buchungsquote, No-shows, durchschnittliche Auslastung
FAQ

Häufige Fragen

01Lohnt sich Treatwell für einen neuen Salon?

Wenn freie Stühle gefüllt werden müssen, kann die Marktplatz-Reichweite den Ausschlag geben — die Provision auf Neukunden-Buchungen (veröffentlichte Spannen für DE: ca. 20–35 %) ist dann der Preis für Sichtbarkeit. Sobald eine Stammkundschaft existiert, spricht vieles für ein eigenes System ohne Umsatzbeteiligung. Eine pauschale Antwort gibt es nicht.

02Was kostet ein eigenes Buchungssystem für einen Salon?

Zwischen 0 € (TIMIFY Classic, eingeschränkt) und etwa 29–35 € pro Monat für eTermin Pro bzw. TIMIFY Premium (Stand Oktober 2026). Paketmodelle bleiben beim Team-Wachstum stabil, weil keine Provision anfällt.

03Kann ein Buchungstool Stühle und Mitarbeiter getrennt verwalten?

Ja, aber nicht jedes: TIMIFY ist auf Ressourcenbuchung (Stühle, Räume) spezialisiert; bei anderen Tools wird über Kalender pro Mitarbeiter und Pufferzeiten gearbeitet. Vor dem Kauf mit dem eigenen Salon-Setup testen — insbesondere bei geteilter Stuhl-Nutzung.

04Wie reduziere ich No-shows im Salon?

Die wirksamste Kombination: Erinnerung mit Bestätigungspflicht (24–48 h vorher) plus Anzahlung bei längeren Leistungen (Farbe, Balayage). Tools mit Zahlungsfunktion (eTermin, SimplyBook.me, Marktplätze) setzen Anzahlungen direkt im Buchungsfluss durch.

05Brauche ich eine TSE-Kasse, wenn ich online buche?

Die Kassensicherungsverordnung betrifft die Kassenführung selbst — das Buchungstool ersetzt keine TSE-konforme Kasse. Wer Zahlungen im Buchungsfluss akzeptiert, braucht zusätzlich ein ordnungsgemäßes Kassensystem. Das ist eine eigene Prüfpflicht des Betriebs; dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Quellen & Stand

Stand: Oktober 2026

Preise und Provisionsspannen im Oktober 2026 gegen Anbieterangaben und veröffentlichte Preisübersichten geprüft. Provisionsmodelle ändern sich häufig und unterscheiden sich nach Land — verbindlich ist die jeweilige Anbieterseite. Keine eigenen Tests.